Religion

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Götterliebe und ihre Folgen.

Wie kaum aus einer anderen Religion der Antike sind uns die Götter Griechenlands besonders vertraut. Das Götterpaar Zeus und Hera, Athena, die Zwillinge Apollon und Artemis, der trinkfreudige Bacchus, die göttlich schöne Aphrodite (Venus), der Götterbote Hermes, der Kriegsgott Ares und der Meeresgott Poseidon.

Sie alle ergeben das Bild einer außerweltlichen, von den Menschen scheinbar weit entfernten Göttergesellschaft, von deren Tun und Lassen, Treiben und Scherzen, Zank und Eifersucht, Rache und Liebe die griechische Überlieferung ein buntes, zum Teil widersprüchliches Bild hinterlassen hat.

Das stetige Eingreifen göttlicher Gewalt in das Geschehen der Welt, etwa im trojanischen Krieg, wo die Götter aktiv auf den beiden Seiten der Kriegsgegner ihren Einfluss geltend machten, bezeugt das Heraustreten jenseitiger Mächte in das irdische Dasein unserer Welt. So sind die Götter ferne und nahe zugleich! Und sieht man auf ihre Unsterblichkeit, sind sie in ihrem Verhalten oft schlechter oder besser als die Menschen, die sie verehren!

Diese „menschliche Nähe“ hat nicht zuletzt zu einer frühen innergriechischen Kritik am menschlichen Wesen, ja am Dasein der Götter überhaupt, geführt. Es war Xenophanes von Kolophon (ca. 570–475 v. Chr.), ein sogenannter Vorsokratiker, wenn er schreibt:

„Homer und Hesiod haben die Götter mit allem belastet, was bei Menschen übel genommen und getadelt wird. Sie stehlen und ehebrechen und betrügen einander. Sie haben so viele Missetaten der Götter aufgezählt als möglich.“

Und über die Menschenähnlichkeit der Götter schreibt er:

„…und die Menschen meinen an, die Götter seien geboren, sie trügen Kleider, hätten Stimme und Körper wie sie selbst. Und jene, welche Neger sind, dass die Götter schwarz sind, und stämmig genauso wie jene, die sagen, dass sie stämmig.“

Gleichsam als Ersatz für seine Absage an die „vermenschlichten Götter“ postuliert er einen „neuen Gott“:

„… ein einziger Gott ist unter Göttern und Menschen der Größte, weder dem Körper noch dem Geiste den sterblichen Menschen gleichend, ganz anders sieht er aus, als ganzer versteht er, als ganzer hört er.“

Warum wurde der Hirtenknabe Ganymed von Zeus entführt?

aus Liebe
aus Rache
weil er die Opfergabe, ein Schaf seiner Herde, nicht geleistet hat

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